Hannover plant weitgehend autofreie Innenstadt

Die niedersächsische Landeshauptstadt möchte die Mobilitätswende vorantreiben und mehr Aufenthaltsqualität für ihre Bürgerinnen und Bürger schaffen. Wie das genau aussieht, zeigt das nun veröffentlichte Mobilitätskonzept.

Das Bild zeigt die Visualisierung einer Straße in Hannover. Kein Autoverkehr, dafür haben die vielen Radfahrer, Fußgänger und der ÖPNV mehr Platz.
So könnte der Georgsplatz in Hannover zukünftig aussehen. © Ole Spata

Mehr Leben und Vielfalt in der Stadt, einladende Stadträume und verkehrsberuhigte Straßen, mehr Platz für spielende Kinder, Gastronomie und Kultur – dahin soll sich Hannovers Innenstadt bis 2035 entwickeln. Um das zu verwirklichen legte die Stadt nun ein integriertes und umfassendes Mobilitätskonzept vor, das bereits bis 2030 umgesetzt werden soll.

Zentrum in Zukunft fast autofrei

Demnach soll Hannovers Zentrum in Zukunft nahezu autofrei sein. Ziel ist es, in einem ersten Schritt den Kern der Innenstadt aufzuwerten und den Verkehr umzuorganisieren sowie teils baulich neu zu gestalten. Stellplätze für Autos im öffentlichen Raum der Innenstadt sollen weitgehend wegfallen.

„Autofrei heißt: Es ist kein Auto zu viel in der Stadt“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay. Autos werden vom Cityring auf direktem Wege in die zentral liegenden und bislang bei weitem nicht ausgelasteten Parkhäuser geleitet und ebenso wieder zurückgeführt. Anlieger:innen könnten aber weiterhin auf ihren privaten Stellplätzen parken. Auch Taxen und der Anlieferverkehr kommen weiter in die Innenstadt.

Mehr Parkplätze für Menschen mit Behinderungen und maximal Tempo 30

Die Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung dagegen werden ausgeweitet. „Für diejenigen, die aufs Auto angewiesen sind, wird es zukünftig leichter, in die Stadt zu kommen, weil es weniger konkurrierenden Autoverkehr gibt – aber insgesamt wird die Zahl der Stellplätze nach und nach deutlich reduziert“, so Onay.

Der motorisierte Verkehr in der Innenstadt wird künftig in angemessener Geschwindigkeit geführt. Es soll möglichst überall Tempo 20 oder maximal Tempo 30 gelten. Insbesondere dort, wo Räume von verschiedenen Verkehrsteilnehmer:innen genutzt werden. 

Von dem Konzept profitieren ÖPNV, Rad- und Fußverkehr

Davon sollen vor allem Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, profitieren. Künftig soll deutlich mehr Platz zum Flanieren und für den Aufenthalt geschaffen werden. Außerdem sollen die Fahr- als auch Abstellsituationen für den Radverkehr deutlich verbessert und Lücken im Radwegenetz der Stadt geschlossen werden.

Auch der ÖPNV wird vom neuen Konzept profitieren und bekommt mehr Raum für ein attraktives Angebot. Zudem bedeutet weniger Autoverkehr auch weniger Staus und Wartezeiten für Busse und Bahnen.

Der Plan ist, nach Beschlussfassung schon Mitte 2024 mit den ersten Umbauarbeiten zu beginnen. Bis 2030 will die Stadtverwaltung das Konzept umsetzen.


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