Stopp des Tempo 30-Projekts in der Region Hannover

 

ADFC enttäuscht und empört über Stopp des Tempo 30-Projekts - Stellungnahme

 

Zum HAZ-Artikel „Land stoppt Tempo-30-Projekt der Region“ vom 26.1.21 nimmt der ADFC Region Hannover e.V. Stellung:

Der ADFC Region Hannover zeigt sich enttäuscht und empört über die Nachricht, dass das Land Niedersachsen den von der Region Hannover geplanten Großversuch zu Tempo 30 in Ortsdurchfahrten gestoppt hat. „Dieser Großversuch hat eine hohe Bedeutung für den Radverkehr“, sagt Annette Teuber vom Vorstand des ADFC Region Hannover e.V.  Denn Tempo 30 innerorts bedeute nicht nur mehr Lebensqualität durch weniger Lärm- und Schadstoffbelastung, sondern sorge auch für mehr Verkehrssicherheit. Und das sei insbesondere für den Radverkehr wichtig.

„Für die aus Klimaschutzgründen dringend notwendige Verkehrswende müssen mehr Menschen ihre Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule mit dem Rad erledigen“, erläutert Teuber. „Auch im Umland können viele kurze Strecken verlagert werden. Aber nur, wenn sich Menschen sicher fühlen, werden sie auch ihre Wege mit dem Rad zurücklegen.“ Aus Umfragen und Studien sei bekannt, dass überwiegend vom Autoverkehr getrennte Radwege bevorzugt werden.

Gerade die gibt es in den oft engen Ortsdurchfahrten aber nicht, auch Radfahrstreifen, die der ADFC bei einer Regelgeschwindigkeit von 50 km/h empfiehlt, können nicht angelegt werden. Vielfach reicht der Platz nicht einmal für die Anlage von beidseitigen Schutzstreifen (die von Kfz notfalls mitgenutzt werden dürfen), so dass der Radverkehr in einer Richtung im Mischverkehr geführt werden muss.

„Und genau deshalb ist eine Angleichung der Geschwindigkeiten so immens wichtig für den Radverkehr“, erklärt Teuber weiter. Tempo 30 sorge nicht nur objektiv für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, noch wichtiger sei das subjektive Empfinden der Radfahrenden.  Der ADFC fordert daher schon lange die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. „Wir erwarten uns von diesem Großversuch auch belastbare Zahlen und Erkenntnisse, was die Erhöhung des Radverkehrsanteils angeht.“
Denn ob die reine Anordnung von Tempo 30 reicht oder ob noch weitere, flankierende Maßnahmen ergriffen werden müssen, wird sich nach Meinung des ADFC erst in der Praxis zeigen. Und genau dafür sei ja die Experimentierklausel gedacht: „weg von langen theoretischen Diskussionen, einfach erst mal ausprobieren und aus den Ergebnissen lernen.“

 


https://hannover-region.adfc.de/pressemitteilung/pressemitteilung-1

Häufige Fragen an den ADFC

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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